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jana,
Dein beitrag scheint mir nur die frage weiter auszubreiten, und zaehlt phaenomene auf, bietet aber keine antwort. der sinn der quantifizierung ist es, die naemlichen antworten konkret zu finden, z.b., dass @aplusk absolut irrelevant ist, ‘Schlüssel zum Erfolg von Twitter: Verfolgt man die alltäglichen kleinen Erlebnisse oder Einfälle eines Menschen über einen längeren Zeitraum, so erfährt man sehr viel über dessen Persönlichkeit und Interessen.’ entweder unwichtig, wenn nicht ueberhaupt falsch ist.
twitter ist gleich kalt wie telefon, wenn es als fuer ‘gespraeche’ unter ‘freunden’ verwendet wird.
twitter, als urspruenglich erfolgreiches SMS gruppenversandsystem, ist aehnlich waermer, wie eine konferenzschaltung via telefon.
twitter als ‘werbeplakat’, als ‘firehose’ – hier ist kein sinnvoller vergleich zum telefon mehr moeglich.
twitter als ‘gedaechtnis’ ist ueberhaupt kein medium, sondern infrastruktur. (ich will der medientheorie twitter nicht wirklich wegnehmen, aber wenn sie beleidigt sein wollte, dann kuemmerte mich das so viel wie paris hiltons wohlergehen – twitter gehoert laengst der ‘informatik’
)
twitter als kontrahent, der durchsucht werden kann, entfuehrt einen in einen prozess, der voellig kalt beginnt – das gegenueber eines menschen ist manchmal gar kein mensch sondern ein programm, fuer seine ‘zufallstreffer’ muss aber jeder selbst sorgen – und voellig heiss enden kann. tweettabs oder twitterfall schauen, in etwa – da spuert man foermlich, was mit ‘heiss’ gemeint ist: zu heiss, um selbst richtunggebend wirken zu koennen – hier ist mcluhans kultureller einfluss. im vergleich zu twitters hotness steigen alle anderen medien aus.
twitter ist also mit sich selbst in seinen anwendungsmoeglichkeiten vielfaeltiger vergleichbar als andere medien, nur untereinander, oder als symbiotische formen (fernsehen+telefon: homeshopping).
waehrend der kalte modus vereinfachungen zu anderen medien in kalter form aufweist, ist die heisse erscheinungsform der eigentlich wichtigere, gigantische entwicklungsschritt. so gelesen, macht es sinn, die quantitativen und qualitativen charakteristiken genauer zu betrachten: man versaeumt sonst das beste. es steht natuerlich jedem frei, sich auf unwichtiges zu konzentrieren.
zum initiationsritus ist zu bemerken: du hast nur deinen beschrieben, und extrapolierst auf ‘die meisten’. die perspektive, dass der initiationsritus selbst einer entwicklung unterliegt, moechte ich aufzeigen.
so wie der erstkontakt mit dem ‘internet’ generell mit einem PC beginnt und jetzt von ‘Mobiles’ abgeloest wird, so begann der erstkontakt mit twitter – als interaktionspartner, nicht zur anmeldung – frueher auf dem SMS-faehigen system, wurde vom (teils mobilen) web- sowie desktop-applikationen abgeloest, und entwickelt sich dorthin, dass ueberhaupt nicht mehr mit twitter direkt interagiert wird. es ist nur eine bilanzierende vermutung, aber der haeufigste kontakt eines ‘konsumenten’ mit twitter findet insofern statt, als er die vielfaeltig gestreuten tweets anderer auffindet, die # und @ konventionen nicht auf twitter erfunden wurden, sich aber durch twitter zu generalisierten symbolen entwickelt haben, die von vielen schnell verstanden werden koennen (wo esperanto nie hinkam), und CNN von twitter ablesen muss, was du am 7.5. natuerlich noch nicht wissen konntest, aber prognostizierbar war, wenn man die evolutionaere entwicklung von IRC, z.b. waehrend der jugoslawienkrise, als analogie erkannt haette.
das erklaert vielleicht auch, warum manche so blind herumtapsen, und warum so viel blabla von web20 und social networks nervt: twitter ist zwar ein social network system, es ist aber nicht seine wichtigste eigenschaft.
nach deiner definition von Social Web, als ‘ein Netzwerk von Usern, den Webseiten, auf denen sie Profile angelegt haben und den vielgestaltigen Inhalten und Interaktionen, die sie auf und zwischen diesen austauschen’ ist die verwechslung mit twitter fast zwingend, denn die meisten user haben, genau wie du anmerkst, einen account mit einem einzigen tweet und sind somit vernachlaessigbar in relation zu der menge an konsumenten, die nie einen account hatten. aus #swineflu haettest du diesen schluss bereits ziehen koennen.
Bei vollstaendiger betrachtung greift auch dein kommentar ‘In diesem Sinne gilt das Label ‘eiskalt’ so recht nur für die Einstiegsphase der Twitternutzung.’ falsch, die einschraenkung auf die einstiegsphase ist nicht richtig, wenn du nur mal deine eigenen tweets ansiehst.
wer das erkennt kann auch twitters juengere schwestern tweetmeme oder friendfeed beurteilen, ‘the conversation left the blogosphere‘ belaecheln, und rechtzeitig seine google aktien verkaufen
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- @martin … man muss es nicht tun, ums verstehen zu koennen.
